Schleswig-Holstein Magazin

2022-05-13 20:18:34 By : Ms. Jessica Sun

In der Reichspogromnacht plünderten und zerstörten Nationalsozialisten die Synagoge in Bad Segeberg. Nun soll eine durchlässige Stahlkonstruktion an sie erinnern.

Die ehemalige Synagoge in der Kirchstraße in Bad Segeberg wurde im Jahr 1938 innen weitgehend zerstört. Da sie allerdings zwischen Wohnhäusern stand, wurde sie in der Reichspogromnacht nicht niedergebrannt. So überlebte das Gebäude die Nazi-Zeit und wurde anschließend als Lagerraum oder Pferdestall genutzt, bis die Stadt es 1962 aufgrund seiner Baufälligkeit abreißen ließ.

Seit knapp 20 Jahren ist die Baulücke ein Gedenkort, allerdings ziemlich unscheinbar. Jetzt soll eine nachgebildete Fassade der Synagoge den Ort sichtbarer machen.

Die Jüdische Gemeinde hat einen Metallbaubetrieb aus Schleswig-Holstein mit dem Projekt beauftragt. Vier Tonnen verzinkter Stahl sind für die Rekonstruktion der Fassade nötig. "Es ist ein Privileg, das bauen zu dürfen und ich finde es ist eine schöne Sache, dass das hier wieder hinkommt", sagt Dannis Janucillo von Trave Metallbau.

In den vergangenen Wochen haben Janucillo und seine Mitarbeiter das Gerüst in ihrer Werkstatt in Scharbeutz (Kreis Ostholsten) vorbereitet und dann an Ort und Stelle zusammengeschraubt. Der Entwurf folgt den Originalmaßen: acht Meter breit und knapp elf Meter hoch mit einer großen offenen Eingangstür und acht Fenstern - so, dass das historische Vorbild zu erkennen ist.

Zum 83. Jahrestag der Pogromnacht am 9. November will die jüdische Gemeinde den neuen Gedenkort mit vielen prominenten Gästen feierlich einweihen. Die Baukosten betragen 55.000 Euro und sind über Spenden zusammengekommen.

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